Alte Bauwerke im Garten – Wie morbide ist noch charmant?

Patina Flechte (2)

Alte Bauwerke im Garten – Wie morbide ist noch charmant?

Versprüht dein Garten morbiden Charme? Vielleicht sogar etwas zuviel und du fragst dich: Was tun mit der alten Gartenmauer, den ausgetretenen Treppenstufen und den schiefen Rasenkanten? Hier erfährst du, wie du sie aufwerten oder umnutzen kannst, bevor du dich zu drastischeren Schritten entschließt.

Treppen und Mauern

Alte Steintreppen und Mauern haben oft eine schöne Patina angesetzt, die es wert macht, sie zu erhalten. Steine mit schönen Krustenflechten und Moosen passen zu fast jedem Gartenstil. Besonders schön ist es, wenn sich außerdem kleine Mauerblümchen, wie z. B. das Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis), etabliert haben.

Mauer-Zimbelkrauteine Patina aus Flechten verleiht auch Betonsteinen Charme

Moosbewuchs, der die Trittsicherheit von Treppen beeinträchtigt, kannst du mit Bürste oder Schrubber entfernen. Hochdurckreiniger können schon mal Spuren auf Betonsteinen hinterlassen, am besten probierst du das vorher an unaufälliger Stelle aus. Ist die Treppe schief und krumm, kommt wahrscheinlich Arbeit auf dich zu. Einige ausgetretene Stellen kannst du bestimmt tolerieren. Kippen jedoch die Setzstufen nach vorn, muss die Treppe neu gesetzt werden.

Mit einem neuen Farbanstrich oder noch besser mit Kletterpflanzen verschönerst du leicht alte Mauern. Einige Kletterpflanzen bringen ihre Haftwurzeln selbst mit wie z. B. Efeu (Hedera helix, gibt es auch hellpanaschiert), Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) oder Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia, P. tricuspidata). Mit einem Spalier oder einigen Spanndrähten kannst du Waldreben (Clematis Hybriden), Kletterrosen oder Weinreben (Vitis vinifera) an der Mauer entlangführen. Achte bei der Auswahl von Kletterpflanzen unbedingt auf deren Lichtansprüche, sonst kümmern sie vor sich hin, anstatt die Wand zu überwuchern.

Auch ein Mosaik kann eine alte Mauer aufwerten. Ein wenig Fließenkleber, Kieselsteine oder Scherben, Fantasie und das passende Motiv, mehr brauchst du dafür nicht.

Mosaik aus Scherben und Steinchen

Die Steine von abgerissenen Mauern kannst du wiederverwenden z. B. für den Bau einer neuen Mauer, als Trittsteine oder für Hochbeete. Hast du wirklich keine Verwendung mehr für Abrißmaterial, kannst du dir die Entsorgung vielleicht trotzdem sparen, wenn du es einfach zur Selbstabholung anbietest.

Rasenkanten und Trittplatten

Schiefe Rasenkanten aus Betonsteinen können mit noch so schöner Patina nichts hermachen. Hier kommst du ums Neusetzen oder Entfernen nicht drumrum. Vielleicht kannst du sie anderenorts als Pflastermaterial oder Befestigung nutzen, z. B. unter dem Regenfass. Zerschlagen können sie immer noch als Drainagematerial oder für den Unterbau von Wegen und Terrassen dienen.

Alte Trittplatten und häßlicher  Terrassenbelag können von Schrubber, Hochdurckreinigern und frischem Farbanstrich profitieren. Einzelne kaputte Platten kannst du entfernen und die entstehenden Lücken z. B. mit kleinen Sukkulenten, wie Hauswurz (Sempervivum spec.) bepflanzen.

Willst du alte Platten für den Bau einer neuen Terrasse wiederverwenden, mische nicht mehr als etwa drei verschiedene Farben oder Materialien durcheinander. Versuche totz des Materialmixes ein ruhiges Muster umzusetzen. Das könnten z. B. konzentrische Kreise sein oder verschieden große, überlappende Rechtecke in jeweils einer Farbe.

dreifarbiges Sternmuster

Schöne Muster und Verwendungsarten, nicht nur für Pflaster, findest du hier:

Buchtipp: Das Pflaster im Garten – 150 Beispiele für schönere Wege, Terrassen, Treppen. Heidi Howcroft, Verlag Georg D. W. Callewey GmhH & Co, München, 1996. ISBN: 3-7667-1207-1

Holzbauten

Holz hat weniger lang Bestand im Garten, kann jedoch leichter bearbeitet und ausgetauscht werden. Solang das Holz noch nicht morsch ist, kannst du Pergolen, Gartenlauben, Zäune und Holztreppen mit Lasuren und Lacken  vor UV-Strahlung und Nässe schützen.

Alte Zaunslatten eignen sich, um Holzkomposter zu bauen. Dickere Holzstämme kannst du in Scheiben gesägt als temporäre Trittplatten oder im Ganzen als Beeteinfassung verwenden. Und schließlich kannst du es gehäckselt immer noch als Mulch oder Wegbelag nutzen.

Rindenmulchweg mit Rundholzeinfassung

Unendlich viele Wiederverwendungsideen findest du in diesem Buch:

Buchtipp: Gartengestaltung mit Altmaterial. Jean-Elie Hamesse, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 1998. ISBN: 3-421-03161-4

Geh’ doch gleich nochmal raus in den Garten und schau dir die Mauern, Treppen und Wege mit diesen Tipps im Kopf genau an. Vielleicht kannst du dem einen oder anderen alten Bauwerk in deinem Garten ein neues Leben einhauchen.

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