Aufbau eines Staudenbeetes

Bevor du munter drauf los legst, hier ein paar Gedanken über die Zutaten eines gelungenen Staudenbeetes. Das Grundrezept kann vielfältig variiert werden. Je nach Standort und Pflanzenauswahl kann z. B. ein Schattenbeet, ein Präriebeet, ein englisches Staudenbeet oder selbst ein dekoratives Kräuterbeet entstehen.

Rasen-Rahmen

Ein gut geplantes Staudenbeet ist wie ein wertvolles Gemälde. Es will betrachtet werden. Räume also am besten vor dem Beet ein Stück Rasen ein, der dem Betrachter Platz lässt, das Gesamtkunstwerk auf sich wirken zu lassen. Auch Sitzgelegenheiten bieten sich gegenüber schön gestalteten Beeten an. Der Rasen wirkt außerdem als ruhiger, farblich neutraler  Kontrast (Grün ist im Garten neutral) zu deinem strukturreichen oder farbenfrohen Beet.

Damit die Wiese nicht ins Beet wandert, ist eine Rasenkante sinnvoll. Schnurgerade Betonsteine, geschwungene Stahlblechkanten, rustikale Rundholzeinfassung, der Fantasie sind nur die Grenzen der Umsetzbarkeit gesetzt. Was zu deinem Gartenstil und handwerklichen Geschick passt, kannst du leicht im Baumarkt rausfinden. Von diesen niedrigen, gewellten Plastikabgrenzungen will ich aber abraten. Es ist schwer bis unmöglich, die Teile fest zu verankern und Plastik mach auch im Garten nicht viel her.

Rückendeckung

Du wirst also auf der Bank sitzen, dein Blick gleitet über den Rasen zum Beet und weiter… und trifft auf den Maschendrahtzaun des immer zu spärlich bekleideten Nachbarn. Vergiß also nicht, eine Rückwand für dein Beet einzuplanen. Klassischerweise werden dazu oft Eibenhecken (Taxus baccata) verwendet. Das dunkle Grün bietet den besten Kontrast gerade zu hellen Blüten. Wenn du nicht wirklich ein parkähnliches Anwesen bewohnst, musst du dir aber doch eine Alternative dazu ausdenken. Denn die Empfehlung lautet: einen Meter Abstand zwischen Eibenhecke und Staudenbeet, die Eibenhecke konkurriert sonst mit den Beetpflanzen ums Wasser.

Liguster- (Ligustrum vulgare), Buchen- (Fagus sylvatica) und Hainbuchenhecken (Carpinus betulus) stellen schmale Alternativen dar, die dennoch auch ins Wasserkalkül gezogen werden müssen. Entscheidest du dich für eine freiwachsende Blütenhecke, gewinnst du ein Zieraspelkt hinzu, den du mit der Staudenpflanzung abgestimmen kannst.

Hübsch und schmal und auch noch wärmespeichernd macht sich eine Steinmauer, die günstige und nicht weniger dekorative Alternative bieten Holzwände.

Wenn der Blick unverbaut in die Landschaft fällt, kann man sich diesen Aufwand natürlich sparen, ebenso wenn das Beet von beiden Seiten aus betrachtet werden soll oder es sich um ein Inselbeet handelt. Die höchsten Pflanzen werden in diesem Fall in der Mitte platziert, so dass sich verschiedene Ansichten ergeben können.

Gehölze

Ein klassisches Staudenbeet kommt, wie der Name schon sagt, ohne Gehölze aus. Plant man dennoch Sträucher ein, müsste man korrekterweise von einer gemischten Rabatte sprechen. Diese Unterscheidung ist hier nur theoretischer Natur.

Obwohl es sich bei Gehölzen meist um die größten Pflanzen im Beet handelt, solltest du sie nach den Leitstauden auswählen und darauf abstimmen, ob sie gemeinsam mit den Leitstauden oder einzeln zur Geltung kommen sollen.

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Leitstauden

Eine Pflanze ist nicht immer per se Leitstaude oder Begleiter. Je nach Verwendungsart kann sie einmal dieses, einmal jenes darstellen. Wasserdost (Eupatorium spec.) ist z. B. im Präriegarten eine Leitstaude, im englischen Staudenbeet eine Begleitstaude, Funkien (Hosta Hybriden) kann im Schattenbeet als Leitstaude verwendet werden, kann aber anderenorts auch als Füllstaude dienen. Die Art der Verwendung ist immer auch sortenabhängig.

Die Kriterien bei der Auswahl der Leitstauden sind die Standortbedingungen, vor allem die Lichtbedingungen, dein Farbkonzept und der Blütezeitpunkt. Am wichtigsten ist natürlich dein Geschmack und deine Vorlieben!

Die Leitstauden erhalten ihren Platz nahe der Beetmitte. Am besten gruppierst du die Leitstauden nach Blühzeitpunkten und pflanzt sie in länglichen, schrägen Reihen, sog. Drifts. So kannst du die blühende Komposition später in “voller Breitseite” bewundern und dennoch leicht verblühte oder eingezogene Stauden kaschieren.

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Begleitstauden

Die Begleitstauden werden passend zu den Leitstauden ausgewählt, was Blütenfarbe, Struktur und Blühzeitpunkt angeht und mit ihnen zu einem Blühhöhepunkt arrangiert. Um einen üppigen Effekt zu erzielen, solltest du mindestens drei, besser noch fünf Pflanzen pro Sorte verwenden. Du kannst auch mehrere Drifts einer Sorte pflanzen, um Konstanz ins Beet zu bringen. Je nach Größe des Beetes empfehle ich mindestens zwei bis ca. sechs verschiedene Begleitstauden pro Blühhöhepunkt.

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Füllstauden

Füllstauden können z. B. Blattschmuckstauden oder Bodendecker sein, die das Beet auch vor oder nach der Blüte aufwerten. Man kann dabei die Farbe von jungen Austrieben aufgreifen, z. B. kombinierst du zu den weinroten Trieben der Pfingstrose rotlaubigen kriechenden Günsel (Ajuga reptans). Oder du verwendest die Struktur der Blattschmuckstaude als Kontrast. Ein guter Kontrast zu den linealischen Blättern der Taglilien (Hemerocallis Hybriden) ist zum Beispiel die derbe, rundblättrige Bergenie (Bergenia Hybriden).

Einfassung

Es gibt so viele schöne Einfassungspflanzen. Meine Favoriten sind Frauenmantel (Alchemilla mollis) und Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Mit einer Einfassung kann man verschiedene Effekte erzielen. Akkurat geschnittene, durchgehende Minihecken, z. B. aus Buchs (Buxus sempervirens) oder Spindelstrauch (Euonymus fortuneii), wirken strenger als eine wechselnde Bepflanzung mit überhängenden Blütenstauden.

Zwiebeln/Knollen

Mit Zwiebeln und Knollenpflanzen lassen sich sehr leicht und mit wenig Platzbedarf kleine Highlights einstreuen. Dabei muss man nicht nach dem Frühling Halt machen. Es gibt bis in den Herbst schöne Zwiebelpflanzen.

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