Der Boden

Grafik Boden Regenwurm Wurzel Krabbeltiere (klein)

Der Boden

Die ganze Aufmerksamkeit des Gärtners gilt dem Boden. Das Nährstoffangebot, die Feuchtigkeit und der pH-Wert des Bodens bestimmten, welche Pflanzen sich darin wohlfühlen. Man kann sich dieser Idee von zwei Seiten nähern: Erstens: Wähle die Pflanzen nach deinem Boden aus, oder zweitens: verändere den Boden so, dass er deinen Pflanzen schmeckt.

Welchen Bodentyp hast du?

Wie stellt man fest, welchen Boden man hat? Vielleicht hast du Glück und findest in deinem Garten Zeigerpflanzen, die dir einen Hinweis auf Feuchtigkeit, pH-Wert und Stickstoffgehalt geben können.

Hier findest du eine kleine Übersicht über verschiedene Zeigerpflanzen.

  • Sand vs. Ton: Die Struktur des Bodens bestimmt über die Feuchtigkeit, den Sauerstoffgehalt und die Durchwurzelung. Sandboden trocknet schneller aus als Lehm- oder Tonboden, verdichtet jedoch nicht. Mit Humusgaben lässt sich die Struktur jedes Bodens verbessern.
  • sauer vs. basisch: Der pH-Wert gibt an, wieviele Wasserstoffprotonen in einer Lösung sind. Er reicht von 1 (sauer) bis 14 (basisch). Gartenböden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7 gelten als neutral. Gartenböden neigen eher zum versauern. Dagegen kann eine Kalkgabe helfen.
  • trocken vs. feucht: Die Feuchtigkeit des Bodens hängt nicht nur von den Niederschlägen, sondern auch vom Wasserspeichervermögen des Bodens ab. Ein guter, humoser Mutterboden ist in der Lage, 66% seines Volumens an Wasser zu speichern. Auch wenn er sich trocken anfühlt, enthält er noch 20% Wasser. * Staunässe ist zuviel des Guten. Sie wird oft durch einen tonigen Unterboden verursacht. Hier kann eine Drainage aus Kies Abhilfe schaffen.
  • mager vs. nahrhaft: Die meisten Gartenpflanzen bevorzugen die nahrhafte Variante. Und wieder: Humus hilft.

*Quelle: Bodenfruchtbarkeit – Eine Studie zum biologischen Denken. Hans Peter Rusch, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg, 1991. ISBN: 3-7760-1241-2

Welche Pflanzen passen zu deinem Boden

  • sauer: Rhododendren, Azaleen und Heidegartenpflanzen sind typische Pflanzen für den sauren Boden.
  • basisch: Die Auswahl an kalkverträglichen Pflanzen ist groß, z. B. Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Kalk-Aster (Aster amellus), Sommer-Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) oder Gelber Enzian (Gentiana lutea).
  • trocken: Bei sonnigen Bedingungen halten es unzählige  Steppen- und Steingartenpflanzen im trockenen aus, z. B. Schafgarbe (Achillea spec.), Steinkraut (Alyssum spec.), Glockenblume (Campanula spec.), Flockenblume (Centaurea spec.) und  Spornblume (Centranthus ruber). Schwierig hingegen ist es im trockenen Schatten. Hier kommen nur wenige Spezialisten klar, wie einige Seggearten (Carex spec.), Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycinum), Gold- (Lamiastrum spec.) und Taubnessel (Lamium spec.), Hainsimse (Luzula spec.) und Teppich-Ungarwurz (Waldsteinia ternata).
  • feucht: In der Sonne gibt es eine Bandbreit von schönen Pflanzen, die nichts gegen nasse Füße haben, z. B. Wieseniris (Iris sibirica), Mädesüß (Filipendula spec.), Minze (Mentha spec.), Sterndolde (Astrantia major) , Gauklerblume (Mimulus spec.) oder Blut-Weiderich (Lythrum salicaria). Im feuchten Schatten kommen alle Farne, Wald-Segge (Carex sylvatica) und Elfenblume (Epimedium grandiflorum) in Frage.
  • mager: Magere Standorte eignen sich für die Anlage von Steingärten, Heidegärten und Wildblumenwiesen.
  • nahrhaft: Auf nahrhaften, also stickstoffreichen Standorten gedeihen die meisten Pflanzen gut. Zuviel Stickstoff im Boden kann von einer vorherigen Dünung herrühren und  zu einem “Schießen” der Pflanzen führen. Wird der Fläche regelmäßig Biomasse entnommen, wird sie wieder magerer.

Bodenverbesserung

Essen pflanzen Erde? Pflanzen benötigen zum Wachstum in erster Linie Sonnenlicht, Kohlendioxid aus der Luft und Wasser. Daraus bauen sie Zucker, Stärke und Cellulose auf. Für alles andere (z. B. Proteine, DNA, Duft- und Abwehrstoffe) benötigen sie das ein oder andere zusätzliche Atom, z. B. Stickstoff, Phosphor, Calcium und Kalium. Auch Schwefel, Eisen, Magnesium und andere Elemente sind nötig, jedoch in wesentlich geringerem Maße.

Alle Nährsalze künstlich in richtiger Menge hinzuzufügen ist quasi unmöglich, da jede Pflanze zu jedem Zeitpunkt unterschiedliche Bedürfnisse hat. Viel hilft viel ist hier auch keine Lösung. Viel besser ist da schon Pflanzenrecycling in Form von Kompost oder Mulch. Dieses abgestorbene, organische Material ist Humus. Kleinstlebewesen und Mikroorgansimen sorgen dafür, dass die organischen Verbindungen aus dem Humus als Nährsalze für die Pflanzen verfügbar werden.

Grafik Boden Regenwurm Wurzel Krabbeltiere

Ein guter Boden ist also ein lebendiger Boden! Mache es den kleinen Krabbeltieren so gemütlich wie möglich. Eine Schicht halbverrotteter Komposterde bietet ihnen Schutz vor Sonne und prasselndem Regen und gleichzeitig ein reichhaltiges Buffet. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder rausgezogenem Unkraut (natürlich ohne Samen, versteht sich), oder aber Bodendecker erfüllen den selben Zweck.  Auf nackter, brauner Erde findet dein Regenwurm nämlich keine Nahrung.

Auch mit Gründüngungspflanzen kann man den Boden verbessern. Schmetterlingsblütler wie Lupine oder Luzerne reichern mithilfe von Bakterien im Boden pflanzenverfügbaren Stickstoff an. Tagetes und Ringelblumen vertreiben pflanzenschädigende Nematoden. Borretsch lockert mit seiner tiefreichenden Wurzel verdichtete Böden auf.

Hier findest du mehr über Gründüngungspflanzen.

Phacelia als Gründünger

Der Zustand des Bodens ist entscheidend bei der Auswahl der Pflanzen. Das Wissen um deinen Bodentyp bildet buchstäblich die Grundlage deiner Gartenarbeit, denn mit diesem Wissen kannst du sinnvolle Maßnahmen zur Bodenverbesserung in deinem Garten durchführen.

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