Der formale Garten

Parterre

Der formale Garten

Der formale Garten grenzt sich ab zum naturnahen Landschaftsgarten. Er ist geometrisch streng und architektonisch gestaltet. Symmetrie ist im formalen Garten von großer Bedeutung. Aus dem formalen Garten sind andere Gartenstile hervorgegangen, z. B. der moderne, minimalistische Gartenstil oder der englische Gartenstil.

Parterre

Das wichtigste Gartenelement des formalen Gartens ist die streng geschnittende Hecke, mit denen Gartenräume abgegrenzt und Parterres gegliedert werden. Sichtachsen werden genauso akribisch geplant wie die Wegführung. Mit Formschnittgehölzen werden Alleen flankiert und Akzente gesetzt.

Hecken und Formgehölze

Traditionelle Heckenpflanzen des formalen Gartens sind Eibe (Taxus baccata), Buche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Berberitze (Berberis thunbergii) und Buchsbaum (Buxus arborescens, B. sempervirens), letzterer häufig als Einfassungspflanze für Parterres. Parterres nennt man ebenerdige Gartenpartien, in denen kunstvolle Buchsornamente oder symmetrische Beete mit niedrigen, oft einjährigen Pflanzen arrangiert sind. Sie entfalten ihre Wirkung hauptsächlich beim Blick aus dem Fenster und weniger, wenn sich der Betrachter mitten dazwischen befindet.

Eibe und Buchs, aber auch Feuerdorn (Pyracantha coccinea), Liguster (Ligustrum vulgare) und Mispel (Cotoneaster spec.) eignen sich für den Formschnitt. Würfeln, Kugeln und Säulen sind die Grundformen, die vielseitig abgewandelt werden können. Mit einzelnen Formgehölzen kann man Akzente setzten, paarweise symmetrisch angeordnet betonen sie Durchgänge und in Reihen wirken sie wie kleine Alleen.

EibenkegelEibenkugel

Mit höheren Heckenpflanzen werden Gartenräume abgetrennt. Dabei können auch Formschnitte wie Zinnen oder Durchblicke benutzt werden.

Wegführung und Sichtachsen

Die Wegführung im formalen Garten ist oft streng geradeaus. Sie führt von einem in den nächsten Gartenraum. Solche strengen, geraden Wege sind auch immer Sichtachsen. Du kannst Sichtachsen durch geschickt platzierte Blickfänge unterbrechen oder aber fortführen bis zur Grundstücksgrenze und darüber hinaus. Ist am Ende des Weges kein schöner Ausblick, dann platziere dort ein Schmuckgefäß oder eine Bank, die den Blick wieder zum Ausgangspunkt lenkt.

strenger Weg, begleitet von Agapanthus-Kübeln

Besonders schön sind Durchblicke durch dichte Hecken oder bewachsene Pergolen. Der Ausblick in die unverbaute Landschaft wirkt durch den Kontrast der voherherigen Enge umso intensiver. Wenn du keine passende Landschaft zur Hand hast, kannst du dir mit Vasen, Statuen oder Pflanzenarrangements aushelfen.

Architektonische Elemente

Auch mit architektonischen Elementen wie Mauern, Pergolen und Laubengänge können Gartenräume abgegrenzt werden. Die Strenge solcher Bauwerke kannst und solltest du immer mit Kletterpflanzen oder überhängenden Polsterpflanzen abmildern.

Ein schönes Gesamtbild ergibt sich, wenn die Baumaterialien von Wegen, Mauern und Haus aufeinander abgestimmt sind. Es geht dabei nicht darum, für alles das gleiche Material zu wählen, aber einen zu wilder Materialmix, aufdringliche Farben und Muster solltest du vermeiden.

SandsteinmauerBalustrade

Bepflanzung

In meinen Augen spielt die Bepflanzung im formalen Garten keineswegs eine untergeordnete Rolle, sie konkurriert schließlich mit dunklen Eibenhecken und klaren Linien. In gemischten Rabatten kommen farbige Laubgehölze genauso in Frage wie Blütensträucher, Prachtstauden, Polsterpflanzen und Zwiebelgewächse.

Wasser

Wasser spielt im formalen Garten in Form von Brunnen, Wasserbecken und Wasserspielen eine Rolle. Eine Fontäne in einem kreisrunden Betonbecken vermittelt eine ganz andere Wirkung, als ein natürlich bepflanzter Weiher im naturnahen Garten. Doch auch Wasserbecken können bepflanzt werden, um einen Kontrast zur strengen Linie zu erhalten. Ein rechteckiges Wasserbecken mit Sumpf-Schwertlilien (Iris ensata, I. pseudacorus, I. versicolor), Sumpfkalla (Calla palustris) und Zwerg-Seerosen (Nymphaea tetragona) kann sehr reizvoll wirken. In kleinen Gärten kann man immer noch einen bepflanzten Wasserbottich unterbringen.

formale Vogeltränke

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