Der Heidegarten

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Der Heidegarten

Der Heidegarten ist eine Form des naturnahen Gartens. Nachgeahmt wird die Heide, ein durch den Menschen entstandener Landschaftstyp. Durch die Rodung von Wäldern, die Beweidung mit Schafen und den sauren, sandigen Boden wurden die heidetypische Pflanzen gefördert. Ihre Schönheit und ihren Namen verdankt die Heide vor allem der violett blühenden Besenheide (Calluna vulgaris). Außerdem fühlen sich viele Tiere in der Heide wohl: neben wärmeliebenden Eidechsen und grabenden Insekten leben hier kleinen Singvögel, Falter und Libellen.

Standortbedingungen

Ein Heidegarten kann nur auf saurem, kalkarmen, magerem Boden entstehen. Volle Sonne und eventuell auch eine leichte, südliche Hanglage kommen dem Wärmebedürfnis der Bepflanzung entgegen. Am Naturstandort, z. B. der Lüneburger Heide, herrscht außerdem ozeanisches Klima mit milden Wintern, kühlen Sommern und mittleren Niederschlagsmengen (700 bis 800 mm/qm im Jahr).  Nachdem die Pflanzen angewachsen sind, vertragen sie jedoch auch zeitweise Trockenperioden. Größere Probleme bereitet den immergrünen Arten die Wintersonne, die bei Bodenfrost ganze Triebe quasi gefriertrocknet. Vor dem Eintritt strenger Fröste sollte deshalb der Boden gut feucht sein.

Anlage und Pflege

Legst du einen Heidegarten neu an, musst du dich zuerst mit dem Boden beschäftigen. Beste Vorraussetzung bestehen, wenn deine Erde bereits sauer und mager ist. Normale Gartenerde kannst du mit Quarzsand, Rinden- , Holzkompost oder Lauberde auf ein pH-Optimum von 4,5 bis 5,5 bringen. Auf das Beimischen von Torf solltest du verzichten, da der Abbau von Torf die letzten natürlichen Hochmoore gefährdet.

Mit den Bodenverbesserungen kannst du gleich eine leichte Modellierung verbinden. Um der Heide einen natürlichen Charakter zu verleihen, formst du leichte Senken und Hügel. Auch kleine Feuchtstellen können entstehen, sie erweitern das Spektrum an Tieren, die sich hier tummeln können.

Die Wege können mit Sand, Kies oder flächigen Natursteinen gestaltet werden. Baumstämme eignen sich am besten als Einfassung zum Weg oder zum restlichen Gartenteil.

Als Mulch für den Heidegarten eignet sich Sand, feiner Splitt oder Rindenmulch, den du allerdings nach wenigen Jahren erneuern musst. Rindenmulch benötigt außerdem zur Zersetztung Stickstoff, weshalb du ihm am besten Hornspäne beimischst.

Der junge Austrieb der Besenheide wird von den Heidschnucken abgefressen. Wenn du eher keine Schafe frei im Garten hälst, musst du diesen Part mit der Schere übernehmen. Die Triebspitzen werden im März bis kurz vor den verholzten Teil zurückgeschnitten. Dadurch bleibt die Heide buschig und blühwillig.

Pflanzen

Die namensgebende Heide ist die Besenheide (Calluna vulgaris). Du kannst sie in großzügigen Mengen pflanzen, um den flächigen Eindruck des natürlichen Vorbildes hervorzurufen.  Ebenfalls auf den Namen Heide hören Arten der Erica, z. B. die Grau-Heide (Erica cinerea), die Ähren-Heide (Erica vagans) und die Moor-Glockenheide (Erica tetralix).

Weitere heidetypische Halbsträucher sind:

  • Besen-Ginster (Cytisus scoparius)
  • Heide-Ginster (Genista pilosa)
  • Deutscher Ginster (Genista germanica)
  • Flügel-Ginster (Genista sagittalis)
  • Stech-Ginster (Ulex europaeus)

Halbsträucher für den Gehölzsaum sind:

  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)
  • Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum)
  • Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Einen Rahmen für die Heidepflanzung bilden kleine und größere Bäume wie z. B. Birken (Betula pendula), Kiefern (Pinus silvestris), Ebereschen (Sorbus aucuparia), Espen (Populus tremula) und Wachholder (Juniperus communis).

Auch einige Stauden und Gräßer fühlen sich in der Heide wohl:

  • Grasnelke (Armeria maritima)
  • Blumen-Dost (Origanum laevigatum)
  • Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
  • Arnika (Arnika montana)
  • Katzenpfötchen (Antennaria dioica)
  • Berg-Platterbse (Lathyrus montanus)
  • Heide-Nelke (Dianthus deltoides)
  • Sand-Nelke (Dianthus arenarius)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea; zweijährig)
  • Silbergras (Corynephorus canescens)
  • Moor-Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Borstgras (Nardus stricta)

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