Der mediterrane Garten

Springbrunnen formal italienisch

Der mediterrane Garten

Blauer Himmel, Weinberge, Säulenzypressen und Lavendelfelder. Sommer, Mittelmeer und dolce Vita. Mit wenigen Accessoires, z. B. einem Zitronenbäumchen im Terrakottakübel und einer verwitterten Kalksandsteinfigur, kannst du dir dieses Urlaubsfeeling auf dein Balkonien holen.

Aber warum nicht den mediterranen Stil im ganzen Garten umzusetzten? Du wärst nicht der erste, der auf diese Idee käme. Denn von den italienischen Gärten waren englische Reisende im 19. Jahrhundert derart begeistert, dass sie ihn als Vorlage für die Entwicklung eines formalen Gartenstils in England exportierten.

Architektonische Gartenelemente

Die Architektur des Hauses wird bis in den mediterranen Garten fortgeführt durch:

  • Arkaden (Säulengänge),
  • Belvederes (Ausblicke),
  • Steintreppen,
  • Balustraden (niedrige Säulengeländer),
  • Wasserbecken und Springbrunnen,
  • Statuen,
  • Mosaike (an Mauern und auf Wegen und Plätzen, oft aus einfachen Kieselsteinen).

schlichte Bepflanzung in Terrakottakübeln schmücken die Sandsteintreppe

Von diesen architektonischen Elementen geht jedoch keine kühle Strenge, sondern eine unglaublich historische und dabei gelassene Atmosphäre aus. Das wird zum einen durch die perfekten Proportionen der Bauwerke erreicht, mit denen sich die Künstler der Renaissance umfassend auseinandersetzten. Zum zweiten leistet jedoch auch die Patina aus Flechten und Moosen, die sich über den verwitterten Kalksandstein zieht, einen maßgeblicher Beitrag zur nostalgischen Atmosphäre.

Wenn du gebrauchte Steine aus Abbruchbaustellen in deinem Garten verwendest, musst du nicht jahrelang auf den Alterungsprozess warten. Das Baumaterial ist unter Umständen sogar günstiger als neuwertiges.

Für die Anlage eines mediterranen Gartens eignen sich Innenhöfe, Terrassen und andere Plätze mit Bezug zur Architektur des Hauses ganz besonders gut. Auch Hanggrundstücke sind prädestiniert für den italienischen Garten: Hier können Terrassen angelegt werden, die durch Treppen verbunden sind. Zusätzlich können die verschiedenen Ebenen auch mit Wasserkaskaden, Wasserspeiern und einer Catena d’acqua (Wassertreppen) verbunden werden.

Treppe formal italienischSpringbrunnen formal italienisch

Pflanzen

Olivenbäumchen (Olea europaea), Zitrusbäume (z. B. Poncirus trifoliata), Oleander (Nerium oleander), Palmen (z. B. Washingtonia filifera), Agaven (z. B. Agave harvardiana), Schmucklilien (Agapanthus Hybriden) und Pelargonien (Pelargonium × grandiflorum) sind nur eine kleine Auswahl an Kübelpflanzen, mit denen du dein mediterranes Konzept umsetzen kannst.

Olivenbäumchen im obligatorischen TerrakottatopfAgapanthus im Kübel

Als Kübelmaterial eignet sich natürlich vor allem Terrakotta. Es setzt nach und nach eine wunderbare Patina aus Flechten und Moosen an, die einen großen Teil der Atmosphäre ausmacht. Plastiktöpfe, die Terrakotta nachahmen, tun das natürlich nicht. Der vermeindliche Vorteil der Plastiktöpfe, nämlich das leichtere Gewicht, entpuppt sich bei stärkeren Windbrisen auch schnell als Nachteil. Neugekaufte Terrakottatöpfe kannst du mit Joghurt bestreichen, um durch das saure Klima das Wachstum von Flechten zu begünstigen.

Mediterrane Halb- und Gewürzsträucher dürfen natürlich nicht fehlen. Dazu zählen z. B. :

  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Bergbohnenkraut (Satureja montana)
  • Ysop (Hysoppus officinalis)
  • Thymian (Thymus spec.)
  • Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Heiligenkraut (Santolina spec.)
  • Rosmarin (Rosmainus officinalis) – als einziger nicht winterhart

SalbeiYsop

BergbohnenkrautKatzenminze, Salbei und Lavendel

Alle Halbsträucher verlangen einen zeitigen Frühlingsschnitt und einen Schnitt nach der Blüte, um kompakt zu bleiben und ihre Blühfreudigkeit zu erhalten.

Mit üppig blühenden Kletterpflanzen wie  Blauregen (Wisteria floribunda), Waldrebe (Clematis Hybriden) und Kletterrosen (Rosa spec.) kannst du die Strenge der architektonischen Elemente abmildern. Frostgefährdete Kletterpflanzen wie Passionsblume (Passiflora caerulea) und Bougainvillea (Bougainvillea spectabilis) kannst du problemlos im Kübel halten.

Hecken und Formschnittgehölze aus Buchs (Buxus sempervirens) oder Eibe (Taxus baccata) verstärken den Eindruck des formalen Stils. Mit der rhythmischen Anordnung von Kugeln, Kegeln oder Spiralen kannst du kleine Alleen schaffen. Mit hohen Hecken kann zusätzlich ein kleiner Giardino segreto, ein geheimer Garten, vom restlichen Garten abgeteilt werden.

Auch Parterres, flache, geometrische Zierbeete, sind von kleinen, streng geschnittenen Buchshecken umgeben. Edelrosen (Tee-Hybriden und Floribunda-Hybriden), Lilien (Lilium spec.), Nelken (Dianthus spec.), Goldlack (Erysimum cheiri), Levkojen (Matthiola incana) oder Schwertlilien (Iris spec.) stellen die farbenkräftige Bepflanzung dar.

 Die typischen immergrünen Hartlaubgewächse des Mittelmeerraumes sind in unseren Breiten leider nicht winterhart. Lorbeer (Laurus nobilis) und Mryte (Myrtus communis) können allerdings im Kübel gehalten werden. Der Stechpalmen-Kreuzdorn (Rhamnus alaternus) und die Steineiche (Quercus ilex) eignen sich dafür weniger. Jedoch ähneln die winterharten, immergrünen Stechpalmen (Ilex aquifolium) und Mahonien (Mahonia aquifolium) in ihrer Blattform diesen Gehölzen und können sie ersetzen.

Lorbeerbäumchen in Kübeln bilden eine Allee

Sehr typisch für den Mittelmeerraum sind die schlanken, hohen Säulen-Zypressen (Cupressus sempervirens), die jedoch nur bedingt winterhart sind. Alternativen sind Scheinzypressen (Chamaecyparis lawsoniana), die es in verschiedenfarbigen Sorten gibt, und Lebensbäume (Thuja occidentalis, T. standishii). Vor der Pflanzung eines Riesen-Lebensbaumes (Thuja plicata) sollte man sich bewusst machen, dass er eine Höhe von 70 m erreichen kann.

Auch Pinie (Pinus pinea) und Zeder (Cedrus libani) vertragen leider keinen Frost. Wachholder (Juniperus communis) und Eibe hingegen sind völlig winterhart und ähneln ihnen in der Wuchsform. Platanen (Platanus x acerifolia) passen auch hervorragend zum mediterranen Stil. Sie tragen eine außergewöhnlich schöne Rinde, eignen sich für Kopfschnitte und zum Formieren von Laubendächern.

Die Vorbilder

Italien:

Buchtipp: Traumgärten Italiens – Ihre Besitzer, ihre Anlage, ihre Faszination. Helena Attlee , mit Fotos von Alex Ramsay, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2010. ISBN: 978-3-421-03762-6

Südfrankreich:
Spanien:

Buchtipp: Die Geheimen Gärten von Mallorca – Glücksorte unter südlicher Sonne. Sabine Wesemann, mit Fotos von Jürgen Beck, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2013. ISBN: 978-3-421-03878-4

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