Die häufigsten Fehler vermeiden

Statistisch verteilte Büsche

Oft sieht man vor allem in Gärten von Eigenheimen folgendes Bild: Rund um das Haus wächst Rasen, auf dem gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt Blütensträucher gepflanzt wurden. Schon ist der Garten voll und fertig. Das Anlegen war einfach, die Wirkung ist schlicht, doch leider steht der Pflegeaufwand einer solchen Pflanzung in keinem Verhältnis dazu. Denn mit dem Rasenmäher im Slalom die Büsche zu umfahren kann ganz schön anstrengend sein, vor allem wenn es sich um einen Elektrorasenmäher handelt. Eigentlich würde ich mir das gerne mal angucken: Wie die Neugartenbesitzer kabelschwingend Rasenmähen. Und anschließend die unerreichbaren Stellen mit der Grasschere unter Sträuchern kriechend nachschnippeln. Also statistisch verteilte Büsche scheiden als Lösung aus.

Unmögliche Farben mischen

Wenn man eine Thujahecke pflanzen möchte, um schnell einen Sichtschutz zu haben, hat man die Wähl zwischen blaugrünen und gelbgrünen Pflanzen. Ein großer Fehler besteht darin, diese beiden Farben zu mischen, im Glauben, die Hecke sähe dann nicht so langweilig aus. Das Ergebnis ist, dass die Hecke immer noch langweilig aussieht, aber häßlich noch dazu, weil sich diese beiden Farben beißen. Eine Thujahecke ist langweilig, und sie bleibt langweilig.

Auch bei Pelargonien (landläufig auch Geranien genannt) ist mir dieses Phänomen aufgefallen. Es gibt sie hauptsächlich in pink und rot. Wem ein einfarbig bepflanzter Balkonkasten zu langweilig ist, der hat tausende Möglichkeiten ihn aufzupeppen. Die schlechteste davon ist, pinke und rote Pelargonien zu mischen. Ja, man kann mit disharmonischen Kontrasten Spannung erzeugen. Pinke und rote Pelargonien im selben Mengenanteil sind für mich leider zu spannend.

Das dritte Phänomen in dieser Kategorie sind die Farbmischungen, auf die man in Samenpackungen stößt, sei es Löwenmäulchen, Lupinen oder Goldlack. Die Farben sind dabei selten harmonisch aufeinander abgestimmt, was vermutlich den Produktionskosten geschuldet ist. Manchmal erkennt man schon an der Laubfarbe oder an der noch geschlossenen Knospe, auf welche Blütenfarbe es wohl hinauslaufen wird. Bei Löwenmäulchen geht das sogar schon im Keimlingsstadium. Wenn du dir die Keimlinge genau anschaust und vergleichst, wirst du feststellen, dass einige einen rötlichen Schimmer haben. So kannst du recht zeitig selektieren. Bei Lupinen sieht man es erst zu spät. Hierbei muss ich aber sagen, dass die pastellenen Blütenfarben der Lupinen ein harmonisches buntes Bild erzeugen.

Im Baumarkt spontan für Pflanzen entscheiden

Oft zu sehen ist dieser Fehler: wir gehen einfach mal los und lassen uns im Baumarkt von den angebotenen Blütenpflanzen inspirieren. Jaha, im Supermarkt kann man im Dezember Erdbeeren kaufen und im Juli Porree, das Angebot scheint nicht mehr von der Jahreszeit abzuhängen, der Mensch hat sich vom Wetter einfach emanzipiert. Im Bereich der Blütenstauden gilt das aber noch nicht. Wenn man dem Plan „wir gucken mal, was es so gibt“, im Herbst folgt, hat man den ganzen Garten voll mit Chrysanthemen und Herbstastern. Geht man im Frühling los, füllt sich der Korb mit Lupinen und Tränendem Herz. So planlos vorzugehen lohnt sich nicht. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, wieviele Pflanzenexemplare man denn braucht, um sein Beet zu füllen. Dann geht solche Unbedachtheit gleich auch noch ins Geld. Wenn man wirklich so spontan sein will, sollte der Weg in die Staudengärtnerei führen. Dort wird man wenigstens beraten was Standortanspruch, Blütenzeitpunkte und Mengenbedarf angeht.

Nur einzelne Pflanzen kaufen

Der nächste Fehler liegt darin, von jeder ausgesuchten Pflanzensorte nur ein Exemplar zu kaufen. Sicherlich wächst die Staude bei guter Pflege, doch bis sich das üppige Bild ergibt, auf das man hofft, dauert es so sicherlich das ein oder andere Jahrzehnt. Meist gibt es im Katalog Angaben darüber, wieviele Pflanzen auf dem Quadratmeter notwenig sind. Oft wird empfohlen, ungerade Anzahlen zu wählen, drei oder fünf. Ich weiß nicht, was dagegen spricht, vier oder sechs Pflanzen von einer Sorte zu kaufen, einer eingewachsenen Pflanzung sieht man sowieso nicht mehr an, wo eine Pflanze aufhört und die nächste beginnt. Dein Beet ist schließlich kein Blumenstrauß.

Natürlich gibt es Außnahmen von dieser Regel. Ist man sich nicht sicher, ob der Pflanze der Standort zusagt, ob sie die Winter aushält oder wie gut sie sich ins Arrangement einfügt, sollte man nicht gleich zwanzig Töpfe kaufen, sondern kann ruhig erstmal austesten.

Lichtverhältnisse nicht beachten

Ich kann es nicht genug betonen: Am Licht kann man nichts ändern. Steht eine Pflanze am falschen Lichtstandort, wird sie sich nicht schön entwickeln. Man wird keine Freude an ihr haben, vielleicht geht sie sogar ein. Es lohnt sich nicht, eine Sonnenanbeterin in den Schatten zu pflanzen und umgekehrt. Dabei gibt es für alle Lichtverhältnisse schöne Pflanzen. Schatten bedeutet meist gleichzeitig Windschatten. So kann man die Not auch zur Tugend machen und gerade in schattigen Innenhöfen exotische, dschungelartige Bepflanzungen umsetzen. Am besten bedenkt man die Lichtverhältnisse schon beim Anlegen des Beetes und entscheidet sich, wenn man denn die Wahl hat, gleich für den sonnigsten Abschnitt des Gartens zum Anlegen für das Prachtstaudenbeet. Oder aber für den schattigen Winkel der die Hostasammlung beherbergen soll.

Das Einziehen der Pflanzen außer Acht lassen

Jaha, das tränende Herz ist wirklich ein barocker Schmuck. Bis Juni. Und dann? Welkes Kraut, braune Erde, ein einziger Vanitasgedanke. Darin sehe ich eine der schwersten Übungen: Eingezogene Pflanzen kaschieren. Gertrude Jekyll weiß Rat: Sie pflanzt Stauden nicht in großen Flecken, die schwer zu verdecken wären, sondern in Driffts: längliche schräge Reihen. Diese können leicht von dahinter oder davor liegenden Staudendriffts kaschiert werden. Außerdem empfiehlt sie für den Frühlingsgarten Farne, die sich schon während der Frühlingsblüte hirtenstäblich in die Höhe drücken und schließlich die welcken Frühblüher mit ihren breiten Wedeln verdecken. Funktioniert leider nur im feuchten Schatten. Für sonnige Flecken bin ich nun dazu übergegangen, in meine Tulpentuffs die Polster-Nachtkerze (Oenothera missouriensis) zu pflanzen. Sie treibt spät aus und breitet sich nach wenigen Jahren auf einen viertel Quadratmeter aus. Die Pflanze ist leicht aus Samen zu ziehen und versamt sich auch selbst im Garten.

Höhengliederung nicht beachten

Das Beet sieht irgendwie durcheinander aus und man braucht ganz viele Trittsteine, um dem Besucher alle botanischen Kostbarkeiten zu zeigen? Dann hat man womöglich die Höhengliederung nicht beachtet. Klassischerweise geht das so: vorne niedrig, hinten hoch. Wem das zu statisch ist, der kann auch durch wechselnde Höhen mehr Dynamik einbringen. Erfahrungsgemäß schwanken die Wuchshöhen der Pflanzen aber sowieso derart, dass ich noch nie vor einem höhengestaffelten Beet stand und dachte: „wie langweilig, sieht alles so glatt aus“.

Grundlos krumme Wege

Oft wird empfohlen, den Garten nicht mit einem schnurgeraden Gartenweg quasi in zwei Hälften zu schneiden, sondern stattdessen durch einen schönen Schwung den „langweiligen“ Weg aufzulockern. Diesem Rat muss ich eindeutig widersprechen. Erstens bin ich ein großer Fan formal angelegter, symmetrischer Garten, die in meinen Augen keineswegs langweilig wirken. Zweitens wird der Gartenweg oft zu zaghaft geschwungen, sodass er am Ende einfach nur krumm wirkt. Als hätte man vergessen, beim Pflastern eine Schnur zu spannen. Und schließlich dirttens, muss der Schwung auch einen Grund haben, das heißt ein Hindernis, das es zu umwinden gilt. Im besten Fall natürlich ein schmückendes Hindernis. Wem also der formale Stil nicht zusagt, der sollte sich überlegen, um welche Beete, Solitärpflanzen, Obeliske, Wassertröge oder Sitzgruppen sich sein Weg schmiegen könnte.

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