Die Wildblumenwiese

Wildblumenwiese

Die Wildblumenwiese

Wildblumenwiesen sind Oasen für Insekten und schaffen ein idyllisches, lockeres Flair. Sie passen sehr gut in den naturnahen Garten. Scharf abgesetzt von einem streng geschnittenen Rasen kannst du sie aber auch z. B. in Cottage-Gärten oder formalen Gärten unterbringen.

Die Wildblumenwiese kann natürlich vorkommenden Pflanzengesellschaften, z. B. dem Magerrasen, dem Halbtrocken- oder Trockenrasen, nachempfunden sein. Ist sie einmal angelegt, erweist sie sich als sehr pflegeleicht.

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Standortbedingungen

Wildblumenwiesen entwickeln sich auf stickstoffarmen, durchlässigen, flachgründigen Böden in der Sonne oder im Halbschatten. Laubeintrag wirkt sich schlecht aus, deshalb sollten in der direkten Nähe besser keine Bäume stehen. Extreme Hanglagen eignen sich besonders gut für die Anlage eines Magerrasens, da sich durch die Neigung die Humusschicht schlecht halten kann.

Anlage und Pflege

Willst du eine Gartenwiese in eine Wildblumenwiese umwandeln, musst du die vorhandene Grasnarbe entfernen. Der Boden darunter wird spatentief mit grobem Sand und Holzkompost oder Lauberde vermischt, um ihn abzumagern. Schließt sich stauendes Erdreich an, ist zusätzlich eine Drainageschicht aus grobem Schotter notwenig.

Samenmischungen

Die Aussaat der Wildblumensamen erfolgt am besten im Herbst, denn einige von ihnen brauchen eine Kälteperiode zum Keimen. Das Saatgut darf nicht in den Boden eingearbeitet, sondern muss lediglich gleichmäßig aufgebracht und feucht gehalten werden. Neben der Aussaat kommt auch die Pflanzung in Frage. Dafür brauchst du ungefähr sieben bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter. Bei einer Wildblumenwiese von 100 Quadratmetern bedeutet das: 700 bis 1000 Pflanzen vorziehen oder  kaufen und pflanzen! Ein guter Mittelweg ist es, eine Pflanzenart, auf die du unmöglich verzichten willst, auszupflanzen und die restlichen Pflanzen zu säen.

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Eine hochwertige Samenmischungen erkennst du daran, dass sie eine Auflistung der enhaltenen Arten aufweist. Achte außerdem darauf, dass es sich explizit um Wildblumen-, besser noch Halbtrocken- Trocken- oder Magerrasenmischungen handelt. Blumenwiesen- oder Sommerblumenmischungen bestehen oft nur aus Einjährigen und enthalten auch untypische Pflanzen, wie z. B. Ringelblumen. Natürlich ist eine Mischung mit 50 und mehr Arten entsprechend teuer. Bei richtiger Vorbereitung und Handhabung bleibt es aber eine einmalige Ausgabe, weil viele mehrjährige Pflanzen und Selbstaussamer enthalten sind.

Natürlich kannst du dir auch selbst Samenmischungen zusammenstellen. Eine Auswahl an geeigneten Pflanzen findest du am Seitenende.

Wildblumenmatten

Die einfachste, aber kostenintensivste Methode ist die Wildblumenmatte. Auf einem Baumwollflies sind dabei Jungpflanzen von Wildblumen eingewurzelt. Diese Matte wird auf den gemähten Rasen gelegt und mit Sand abgedeckt. Das Gras und Unkraut im Boden kann die Matte nicht durchdringen und stirbt ab, während die Jungpflanzen sich ungestört entwickeln können.

Mahd

Hat sich deine Wildblumenwiese ersteinmal etabliert, ist die Pflege recht leicht. Am besten mähst du ein- bis zweimal im Jahr (im Juli und eventuell September) mit der Sense oder dem Rasenmäher. Der genaue Mahdtermin richtet sich nach dem Abblühzeitpunkt der Kräuter. Dadurch soll sichergestellt werden, dass alle Einjährigen zur Samenreife kommen und sich so erhalten können. Alles Mahdgut muss entfernt werden, damit die Wiese mager bleibt.

Wildblumenwiesen dürfen nicht betreten werden und eignen sich deshalb nicht als Spielwiese.

Wiesensalbei und Wiesenmargarite

Pflanzenauswahl

Halbtrockenrasen

  • Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)
  • Knollige Spierstaude (Filipendula vulgaris)
  • Weidenalant (Inula salicina)
  • Pflaumen-Iris (Iris graminea)
  • Großer Ehrenpreis (Veronica austiaca)
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia)
  • Pechnelke (Lychnis viscaria)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)

Rasenorchideen:

  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Helmknabenkraut (Orchis militaris)
  • Kleine Knabenkraut (Orchis morio)
  • Ragwurz (Ophrys spec.)

Trockenrasen

  • Genfer Günsel (Ajuga genevensis)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Niederliegender Ehrenpries (Veronica prostrata)
  • Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata)
  • Gold-Aster (Aster linosyris)
  • Färber-Kamille (Anthemis tinctoria)
  • Diptam (Dictamnus albus)
  • Wolliger Fingerhut (Digitalis lanata)
  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Magerrasen

  • Schafschwingel (Festuca ovina ssp. duriuscula)
  • wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zartes Schillergras (Koeleria cristata)
  • Zittergras (Briza media)
  • Rauher Wiesenhafer (Avena pratensis)
  • Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
  • Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  • Braunelle (Prunella grandiflora, P. vulgaris)
  • Schlüsselblume (Primula veris)
  • Günsel (Ajuga reptans)
  • Pyramidengünsel (Ajuga pyramidailis)
  • Heidenelke (Dianthus deltoides)
  • Buschnelke (Dianthus seguieri)
  • Hundsveilchen (Viola canina)
  • Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)
  • Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare)
  • Kugelblume (Globularia punctata)
  • Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)
  • Feldthymian (Thymus pulegioides)
  • Purgier-Lein (Linum catharticum)
  • Gamander- und Großer Ehrenpreis (Veronica chamaedrys, V. teucrium)
  • Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume (Centaurea jacea, C. scabiosa)
  • Bergaster (Aster amellus)
  • Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)
  • Dürrwurz (Inula conyza)
  • Alant (Inula salicina)

Literatur: Naturnahe Pflanzungen, Alfred Feßler, Verlag Eugen Ulmen, Stuttgart, 1988 
ISBN: 3-8001-5056-5

One Comment on “Die Wildblumenwiese

  1. Die heutigen landwirtschaftlichen Fettwiesen , die durch Meliorationsma?nahmen auf hohen Ertrag hin optimiert sind, bestehen allerdings fast ausschlie?lich aus Grasarten und sind fast immer arm an Bluten

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