Farbkonzepte

Akelei+Goldregen (2)

Farbkonzepte

Die Bandbreite bei Farbkonzepten reicht von edler Monochromität bis zum wilden, bunten Drucheinander. Karl Förster setzte auf den Farbdreiklang. Gertrude Jekyll entwarf für jede Farbe von grau bis rot monochrome Gärten. Rosemary Verey liebte Farbkontraste, wie z.B. den zwischen Mauve und Chartreuse, Farbbezeichnungen, die man erstmal googlen muss.

Chartreuse-Meauve

 Meiner Meinung nach entsteht ein Farbkonzept schon dann, wenn man auf eine einzige Farbe und ihre Beimischung verzichtet. Der Verzicht auf Gelb und Farben, die Gelb enthalten, bringt ein romantisches, harmonisches Bild von Rot über Magenta, Violett bis hin zu Blau. Auf einige ausgewählte Farbkonzepte werde ich im folgenden genauer eingehen:

Farbharmonien

Besonders edel wirken Beete, bei denen die Laubfärbungen und die Blüten Ton in Ton arrangiert sind. Es entstehen dabei quasi Themenbeete und -gärten, á la “der gelbe Garten”, das “violette Beet” usw. Eine Farbe harmoniert immer mir ihren Weiß- und Schwarzabmischungen, also z. B. Blau mit Dunkelblau und Hellblau. Ebenso verhält es sich mit Analogfarben, also zwei im Farbkreis benachbarten Farben, z. B. gelb und orange oder violett und blau. Mit diesen Farben kannst du Farbübergänge gestalten. Dabei ist es manchmal schwierig, genau den reinen Farbton zu erwischen. Verwendest du statt reinem Rot Scharlachrot in einer Kombination mit Violett, beißt sich das Ergebnis.

Kontraste

Bei Kontrasten denkt man zuerst an Komplementärfarben. Dabei wird jeweils eine der drei Primärfarben (Gelb, Blau, Rot) mit der Mischung aus den beiden anderen Farben kombiniert: Gelb und Violett; Orange und Blau; Grün und Rot.  Es entsteht ein harmonischer Kontrast, der die Farbe im geringeren Mengenanteil zum Leuchten bringt. Eine rote Blüte hat von vornherein im Garten die größte Leuchtkraft, da Grün in jedem Garten dominiert. Nimmt man sich nur dieses Konzept vor, hat man schon mannigfaltige Möglichkeiten.

Gelb-Violett-KontrastGelb-Violett-Kontrast mit Akelei und Goldregen

Orange-Blau-Kontrast

Ein anderer Kontrast ist der zwischen Hell und Dunkel. Helle Töne könnten weiße, cremefarbene und helle Blüten oder gelbes und silbriges Laub sein. Dunkle Töne kommen ins Spiel durch dunkelgrüne und dunkelpurpurne Laubfärbungen oder Blütenfarben, die fast ins schwarz tendieren. Das Laub oder ein Blütenteppich können den Hintergrund bilden und die Blüten im Vordergrund schön zur Geltung bringen.

Kontrast zwischen hellem Hintergrund und dunklen TulpenHell-Dunkel-Kontrast zwischen Magnolie und Eibe

Der dritte Kontrast, der in der Gartengestaltung eine Rolle spielt, ist weniger bekannt. Es ist der sogenannte Qualitätskontrast. Er entsteht in der Benachbarung von dumpfen, trüben Farben mit leuchtenden, satten Farben. Ein Beispiel für eine entsprechende Pflanzung wäre eine silberblättrige Staude kombiniert mit magentafarbenen Blüten. Die Kombination wirkt romantisch und bringt die Blüten richtig zum Leuchten.

 Qualitätskontrast zwischen roter Tulpenblüte und silber Laub

Dissonanz

Dissonanzen bringen Spannung in eine Pflanzung. Wenn man Dissonanzen sparsam einsetzt, können sie sehr wirkungsvoll sein und quasi einen Kontrast zur sonstigen Harmonie bieten. Die Harmonie wird dadurch noch deutlicher betont. Solche gewollten Misstöne können erreicht werden durch einzelne, sparsam eingebrachte Blütenköpfe, z. B. in scharlachrot in einer sonst violett gehaltenen Pflanzung.

Wildes, buntes Durcheinander

Viele Menschen sind der Meinung, Blumenbeete sollten möglichst schön bunt aussehen. Man könnte diesen Ansatz als Farbe-an-sich-Kontrast beschreiben, der zwangsläufig auftritt, wenn zwei oder mehr Farben benachbart werden. Pflanzungen diesen Maßstabs wirken laut und kraftvoll, aber auch wahllos. Möchte man einen starken Effekt, sollte man am ehesten einen Farbdreiklang auswählen.

Farbdreiklang mit Stiefmütterchen

Im wilden bunten Durcheinander kommt den Mengenanteilen der Farben eine große Gewichtung zu. Dominiert Grün, z. B. auf einer hohen Sommerwiese, und bilden bunte Blüten nur Farbtupfer, wird der brutale Effekt des Farbe-an-sich-Kontrastes  stark abgemildert. Eine Abmilderung wird auch durch die Verwendung von Pastelltönen erzielt, die wild gemischt werden können, und dennoch harmonisch wirken.

Dein Farbkonzept

Um dein Farbkonzept zu finden, wälzt du dich am einfachsten durch Gartenfotografien. Die Bilder, die die stärksten Emotionen hervorrufen (vor allem eine: „das will ich auch!“) kannst du genau studieren: welche Farben spielen eine Rolle, welche Hintergrundfarbe ist zu sehen, sie entscheidet oft im großen Maße über die Wirkung eines Kontrastes. Leg dich dabei erstmal nur auf die Farben fest, behalte die Pflanzen im Hinterkopf, ohne dich auf sie zu versteifen. Du kannst dabei von Blütenhöhepunkt zu Blütenhöhepunkt, von Jahreszeit zu Jahreszeit ein anderes Konzept wählen oder aber bei einem Konzept bleiben.

One Comment on “Farbkonzepte

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